Ich lebe noch!

Sehr beschämt schreibe ich meinen zweiten "Ich lebe noch"-Eintrag. Es war aber auch böse viel zu tun in den letzten Wochen. Jetzt kehrt wieder ein wenig mehr Ruhe ein, und schreiberisch war ich auch nicht ganz untätig.

Ich habe "Kenna" überarbeitet. Einen Korrekturgang meinerseits und viele Betahilfe hatte der Roman schon hinter sich. Dann hab ich ihn mir auf den ebookReader gepackt (ein Mediumswechsel, sehr schön, mit einem Mal sieht der Text ganz anders aus, und ich finde noch Tonnen von Kleinigkeiten!) und viele Kleinigkeiten gefunden und nun in das Manuskript übertragen. Nun ist der Roman so fertig, wie ich ihn ohne Lektoratshilfe nur fertig kriegen kann.

Außerdem habe ich meinen über 400 Seiten starken Anfang von "Farlin" überarbeitet. Wann habe ich die dumme Angewohnheit des Inneren Monologierens derart zur Krone entwickelt? Ich weiß es: in "Ariz" (den muß ich auch noch mit der Machete überarbeiten, bevor ich es wagen kann, einen armen Betaleser an den Text zu lassen. So ist das eine Zumutung!). Dank eines deutlichen Betonpfeilerwinks von Autorenkollegin Merrit bin ich nun wenigstens über das Problem gestolpert. Farlin ist von solchen unschönen Wucherungen befreit – hoffe ich. Nun kann ich den Roman beenden. Fehlt gar nicht mehr viel, ich tobe schon im Finale herum.

Für den Juli habe ich mich mit einer weiteren Autorenkollegin verbündet, so daß wir unsere unvollendeten NaNo-Romane endlich fertig schreiben wollen. Mein armer "Niro" steckt im Magierturm und wartet genervt, daß seine Autorin sich seiner erbarmt. Anfang Juli zeige ich dann auch, was mir einen unglaublichen Motivationsschub verpaßt hat! Ich darf damit angeben, denn es ist wundervoll!

Ab August widme ich mich dann mit frischer Kraft, da ich alle Altlasten abgearbeitet habe, meinem Wikingerroman. Oh, und mein NaNo-Roman 2013 nimmt langsam Gestalt in meinen Hirnwindungen an. Ich kann so viel versprechen: Ich werde den ganzen November lachen!

Kenna

Ich habe diesen Roman gehaßt und geliebt. Im Dezember 2010 im Kielwasser meines NaNo-Erfolgs Arrion begonnen, habe ich den Roman aber an die Wand gefahren. Also schrieb ich rasch Cajan, der mir unter den Nägeln brannte. Und versuchte mein Glück mit viel Überarbeitung und Bastelei erneut an Kenna. Ein zweites Mal an die Wand. Die Charaktere, die in meinem Kopf so lebendig und wunderbar waren, wollten nicht in den Text. Erbost schrieb ich Roveon, während sich weitere Helfer um den dusseligen Rotschopf Kenna bemühten. Ich wollte den Roman löschen. Oder fertigschreiben und dann löschen. Ach, nein, lieber gleich löschen. Nie wieder Kenna.

Es wurde mehr als nur sanfte Gewalt angewandt, um mich zum Überarbeiten und Fertigschreiben zu bringen. Am 04.09.2011 war es soweit. Im dritten Anlauf habe ich einen Roman fertiggestellt, der mir gefiel, mit dem ich wirklich gut leben kann.

Vertrauensvoll legte ich den Kronprinzen von Kivons Hav in die bewährten Hände meiner obersten Sklaventreiberin, die mich mit viel Geduld, Gewalt, Bratpfannen und Drohungen durch Überarbeitung und Fertigstellung trieb. Danke, Bianca.

Und dann bloggt sie auch noch über den Rotschopf!
Lectura Magica, Blog von Helen B. Kraft

Kenna

Fertig!
Für dieses Jahr mein dritter Roman nach Cajan und Roveon:
Kenna von Kivons Hav ist fertig.

  • 99.006 Wörter
  • 415 Normseiten
  • seit dem 15. Dezember 2010

Kenna war mein Sorgenkind. Voller Elan gleich nach Arrion begonnen habe ich es geschafft, den Roman zweimal durch Charakterinkonsistenzen und Dümmlichkeit meinerseits an die Wand zu fahren. Viel Hilfe war nötig, um mich wieder auf den geraden Weg zu bringen und den Roman vor meinem übereifrigen Löschfinger zu bewahren.
Dank an Heinke, Katharina, Sarah und Bianca!

Ich freu mich.

Recherche

Ohne Recherche kein Buch, keine Geschichte, kein Roman – so einfach ist das.

Nicht umsonst bin ich mit Begleitmannschaft und Picknickkorb zum Bungsberg gefahren. Und es ist auch kein Zufall daß Cäsars „de bello gallico“ mit vielen bunten Markierungen in meinem Schreibregal steht. Damit Maynard im zwölften Band brillieren und alle mit seinem Wissen beeindrucken kann, mußte ich mich ja erst schlau machen. Es ist dementsprechend auch kein Zufall, daß ich eine Einhänderkriegsaxt und einen wunderschönen Streitkolben mit radial angebrachten Schlagklingen mein eigen nenne.

Zur Zeit genieße ich Recherche allerdings. Ich beschreibe im Finale von „Kenna“ eine große Seeschlacht mit Monstern, Fischmenschen und vielen, vielen Schiffen.
Verdammt, wie heißt die Stange, an der das Segel angetackert ist?
Ich habe Glück. Mein Bruder liebt Schiffe. Er liebt auch Lokomotiven, Flugzeuge und mittelalterliche Waffen.

Also war gestern beim Schreiben eine lustige Fragerunde angesagt. Jedes Mal, wenn ich vor meinem Bildschirm saß und um ein Wort rang, brüllte ich nach meinem Bruder.

Wie heißt die Stange, an der das Segel angetackert ist?
Gibt es ein anderes Wort für Reling? Sonst haut meine Lektorin mich wegen der ewigen Wortwiederholungen.
Wie nennt man eine Gangway auch?
Und wie heißen die Kletternetze am Mast, über die die Matrosen nach oben gelangen?

Na, wer weiß die Lösungen ebenso schnell wie mein Bruder?

Helden

Rilan haßt den rothaarigen Krieger, in dessen Gewalt sie sich befindet. Auf Befehl ihres Bruders wurde er zum Krüppel geschlagen und scheint nur noch auf Rache zu sinnen.

Nach einem Schiffbruch müssen sie sich gemeinsam über einen verschneiten Paß schleppen, um zwei Königreiche zu retten. Doch zuerst muß Rilan Kenna retten, ohne den sie die Reise niemals überleben könnte.